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Senioren im Straßenverkehr

Immer wieder, mit jeder Menge Medienaufmerksamkeit, liest man über die Unfallgeschichten, in denen Senioren involviert sind. Man sagt, ab einem gewissen Alter sind Menschen ein Risiko im Straßenverkehr – aber wie viel Wahrheit steckt hinter dieser Aussage?

Um zu versuchen diese Frage korrekt zu beantworteten, muss man sich Deutschlands Unfallstatistiken genauer ansehen.

road-accidentDie Anzahl der Straßenverkehrsunfälle in Deutschland ist geringer als in vielen anderen europäischen Ländern – 2015 waren es insgesamt über 2.5 Millionen, was einen Anstieg aufwies. Dies ist auf viele Gründe zurückzuführen, zum einem gibt es einen Anstieg des Bevölkerungszuwachses, und zum anderen gibt es einen Anstieg in zugelassenen Fahrzeugen im Straßenverkehr.

Ein weiterer Fakt ist, in den letzten 20 Jahren hat die Zahl der Mitbürger über 65 Jahren um mehr als ein Drittel zugenommen, während die Zahl der 18- bis 24-Jährigen um 25% abgenommen hat. Das ist, zum Teil, auch ein Grund warum Senioren überproportional häufiger in Unfälle verwickelt sind. Von den 2.5 Millionen Unfällen, waren Senioren in über 300.000 Fällen die Hauptverursacher.

Hauptursache der meisten Unfälle ist überhöhte Geschwindigkeit, nicht selten sind Unfallverursacher alkoholisiert, verwirrt, oder zu müde um zu fahren.

Gerade wegen der Unfallbeteiligung älterer Kraftfahrer, verlangen Politiker, dass Bürger in einem gewissen Alter ihren Führerschein erneuern müssen, die sogenannte Fahrtauglichkeitsuntersuchung. Sinn und Zweck ist es, den Verkehr sicherer zu gestalten.

Der Nachteil solcher Vorschläge oder Gesetzesentwürfe ist, die Verallgemeinerung von Senioren. Sie fühlen sich in unfairer Weise benachteiligt, da ohne triftigen Grund eine Untersuchung jedes Bürgers über 65 verlangt wird. Allein auf der Grundlage, dass es eine gewisse Anzahl an Senioren gibt, die nicht länger für den Straßenverkehr geeignet sind.

Verbände kritisieren, dass eine ganze Gruppe von Bürgern in ein negatives Licht gerückt wird, wenn nur eine kleine Minderheit tatsächlich problematisch ist.

Im Allgemeinen kann man festhalten, es muss von Fall zu Fall entschieden werden, ob es sich bei Senioren tatsächlich um schwächere Verkehrsteilnehmer handelt, oder nicht.

Quelle, Statistisches Bundesamt; https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/TransportVerkehr/Verkehrsunfaelle/UnfaelleSenioren5462409157004.pdf?__blob=publicationFile